
Über die Kunst im Raum zu verschwinden .
Die Ausstellung der dann fast 97 Jährigen Künstlerin Yayoi Kusama, ist wohl eines der Highlights des Kölner Kunstjahres. Um dem Besucherandrang gewachsen zu sein, hat man extra die Öffnungszeiten verlängert und für die Buchung Time Slots eingerichtet.
Anlässlich des 50 jährigen Jubiläums des Museum Ludwig werden vom 14.03. – 2.08.26 über 300 ihrer Arbeiten gezeigt. Diese zeigen das ganze Spektrum ihrer Arbeiten von ca. 1934 bis heute- eine Retrospektive . Die Ausstellung erstreckt sich räumlich über die Wechselausstellungsfläche bis hin zur Dachterrasse mit Domblick.

Der Werdegang der in Japan geborenen Künstlerin liest sich abenteuerlich – in ihrem strengen konservativen Elternhaus fühlt sie sich abgelehnt und entwickelt Halluzinationen. Kusama sah Punkt-und Netzmuster und fürchtete sich darin aufzulösen.
„Ich sah das rote Muster der Tischdecke, als ich aufblickte bedeckte dasselbe rote Muster die Decke, die Fenster und die Wände und schließlich den ganzen Raum , meinen Körper und das Universum. Ich begann mich selbst aufzulösen und fand mich in der Unbegrenztheit von nicht endender Zeit und in der Absolutheit der Fläche wieder. Ich reduzierte mich auf ein absolutes Nichts.“ Yayoi Kusama
Yayoi Kusama machte aus der Not eine Tugend , ihr Markenzeichen sind die Polka Dots die sie großflächig malt, sich selbst oder z.B. George Clooney den sie ebenso wie den Raum ausstaffiert hat , inszeniert so das er fast auf dem Bild verschwindet. So sind auch ein Teil ihrer Werke, sie kann darin verschwinden. Daneben sind Infinity Rooms und Kürbisskulpturen zu ihrem Markenzeichen geworden. Ich muss schon sagen, ich habe dieser Ausstellung entgegengefiebert. Erstmals aufgefallen sind mir ihre Werke in den Social Media. Sie sind so farbenfroh und stimmen fröhlich.

„Über Kürbisse 2010 – Kürbisse sind liebenswert und ihre wunderbar wilde und humorvolle Ausstrahlung berührt immer wieder die Herzen der Menschen. Ich liebe Kürbisse. Als meine spirituelle Heimat seit meiner Kindheit und mit ihrer unendlichen Spiritualität tragen sie zum Frieden der Menschheit auf der ganzen Welt und zur Feier der Menschlichkeit bei. Und dadurch geben sie mir ein Gefühl des Friedens. Kürbisse bringen poetischen Frieden in meinen Geist. Kürbisse sprechen zu mir. Kürbisse, Kürbisse, Kürbisse Sie strahlen eine Aura meiner heiligen geistigen Verfassung aus und verkörpern eine Grundlage für die Freude am Leben, ein Leben, das alle Menschen auf der Erde teilen. Es sind die Kürbisse, die mich weiter machen lassen. “ Y.K.

Spannend fand ich auch ihre Zeit in New York, sie war zu der gleichen Zeit dort wie Mary Bauermeister, sie hatten ähnliche Kontakte, im Netz finden sich jedoch keine Berührungspunkte. „Yayoi Kusamas „Happenings“ in New York während der 1960er Jahre waren provokante, oft nackte Performances, die sich gegen den Vietnamkrieg, Konventionen und die männlich dominierte Kunstwelt richteten. Als zentrale Figur der Avantgarde nutzte sie diese Aktionen, um ihre „Self-Obliteration“ (Selbstauslöschung) zu zelebrieren, bei der Körper und Umgebung durch Polka Dots verschmolzen.“ KL

Wie sie alle wissen leben wir in unsicheren Zeiten, so musste die Bundeskunsthalle Bonn die für 2026 geplante Ausstellung „Social Fabric“ aus Geldmangel absagen. Dem Museum Ludwig ist es Dank vieler Sponsoren u.a. die Sparkasse Köln, die Stadt Köln, dem LVR , und viele Anderen gelungen diese Ausstellung zu ermöglich . Ich finde gerade in unsicheren Zeiten ist Kunst Balsam für die Seele.
Yayoi Kusama lebt seit 1977 freiwillig in dem geschützten Rahmen einer psychiatrischen Klinik in Tokio.
So jetzt seid ihr dran. Die Eröffnung findet morgen um 19 Uhr statt ( der Eintritt ist frei)
Dienstag bis Donnerstag (inkl. Feiertage): 10 bis 18h
Freitag bis Sonntag: 10 bis 20h (Ständige Sammlung bis 18h)
Jeden 1. Donnerstag im Monat: 10 bis 22h
Montags geschlossen (außer an Feiertagen)
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